Max Räuber – Unendliche Geschichte

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6. Juli 2017

Unendliche Geschichte –  die ganze Geschichte

Vorgeschichte (drei Jahre zuvor) :

Zufrieden sitze ich im Auto und grinse vor mich hin. Endlich konnte ich ein Nemesis Projekt von vor zwei Jahren klettern. Unendliche Geschichte Teil 2 sollte mein erster fb8A Boulder werden, doch irgendwie schüttelte er mich immer wieder ab. Doch nicht dieses Mal, dieses Mal ging es direkt nach dem aufwärmen. So hatte ich meine zehnte fb8A geklettert. Und gerade als ich so in Selbstzufriedenheit versank kam der Seitenhieb meines Freundes: „Des sah ja mal so easy aus, kannst du da nicht noch den ersten Teil dran hängen?”
Ich dachte nur der spinnt, ich hatte ja noch nicht einmal den ersten Teil einzeln geklettert. Und überhaupt das gesamte klettern, dass ist utopisch.

In der Gegenwart:
Krass, ich kann es immer noch kaum glauben. Mein letzter Magic Wood Trip ist nun schon zwei Wochen her, aber wenn ich zurück denke muss ich immer noch grinsen. Die Idee die „Unendliche Geschichte 1+2” zu klettern kam mir im Frühjahr als ich „One Summer in Paradise” klettern konnte, anschließend rannte ich durch den gesamten Magic Wood und probierte alles was schwer ist. Der Syke war groß, ich wollte alles klettern. Ein Freund probierte „Unendliche Geschichte 1+2” und überredete mich mit zu probieren. Tag für Tag probierte ich einen Boulder nach dem anderen und am Abend ging es dann immer noch zur „Unendlichen Geschichte”. Warum immer am Ende vom Tag? Na weil eh utopisch. Allerdings wurden die links immer besser und auch wenn ich immer nur noch einen Go geben konnte wurden auch die Gos immer besser. So stand der Entschluss am Ende des Trips fest: nächstes Mal geh ich da frisch rein.

Und so wurde trainiert, an die Uni gegangen und auf ein günstiges Zeitfenster gewartet.
Dank meiner krassen Organisations Künsten wurde der Termin kurzfristig mehrfach verschoben, bis es endlich so weit war.
Im Grunde genommen wollte ich meine Zeit nur nutzen um alles einzuschleifen und dann im Herbst das ganze klettern. Doch bereits am dritten Tag hatte ich Versuche bei denen der ein oder andere sagen würde knapper geht es wohl nicht. Aber all Diejenigen musste ich am nächsten Tag enttäuschen, ich konnte es selber kaum fassen. War ich am Vortrag noch zwei Züge vor dem Top gefallen, schaffte ich es diesmal doch tatsächlich einen Zug vor dem Top zu fliegen. Ich wollte doch nur noch einmal den Hook nachziehen, doch kurz bevor ich den Hook neu platzieren konnte kam mir alles geschossen.

 

Kurz vor dem zusammenbrechen lag ich auf der Matte, dass konnte doch nicht sein, nicht noch so ein Nemesis Projekt. Doch da kam noch der Rest der Crew. „Noch ein Go” sagte ich mir. Ich schaute auf die Uhr, noch 20 min Pause. Es fing an zu dämmern, zeit Lampen auszupacken. Langsam bereitete ich alles vor. Der Block war mit mehreren Lampen komplett ausgeleuchtet. Ohne viele Erwartungen stieg ich ein. Mein Tempo war flüssig aber nicht hektisch, die Züge saßen. Und als ich am Ende ankam hörte ich nur ein „jetzt kämpf!” hinter mir, ich atmete noch einmal tief ein lies die Füße kommen, platzierte sie neu und holte alles raus was ging. Beim Finalen Kreuzer an die Top Kelle konnte ich es kaum glauben. Kein Endlos-Projekt. Ich hatte die „Unendliche Geschichte 1+2” geklettert. Die Linie, welche ich quasi seit den Anfängen meines Kletterdaseins kenne und als für mich unmöglich angesehen hatte. Vielleicht haben die anderen recht: man muss nur daran glauben, dann ist alles möglich!

 

Wie lange ich insgesamt gebraucht habe?
Naja wenn man von den ganzen Versuchen für den ersten und zweiten Teil absieht waren es drei Sessions (immer am Ende des Tages) im Frühjahr und vier Sessions (frisch) beim letzten Trip.
Aber abgesehen von meinem ganzen Trainings Fanatiker Daseins hätte ich diesen Boulder niemals ohne meine Spotter und Freunde klettern können. Danke für das auffangen, ermutigen und anfeuern. Wegen solcher Erfahrungen und Freunde ist Bouldern der beste Sport/Lifestyle.

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