Tom Thudium – Tri Tra Tralala die Power die ist wieder da

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2. August 2017

Examen – Reisevorbereitung – Steinbock

Ach ja warum war die Power denn weg? Naja nach diversen Semestern des eher entspannten studierens hat es völlig überraschend schwupp gemacht und alle Zwischenprüfungen waren  absolviert und es musste dann doch Staatsexamen geschrieben werden. Da ich mich irgendwie immer noch nicht so viel schlauer wie am Studienanfang fühlte musste jetzt mal richtig gelernt werden. Und so war dann mal 6 Monate Bib angesagt. Ca. 6 Tage die Woche und wenn‘s gut lief auch nur 8 Stunden. Ich glaube eigentlich hatte da inklusive mir keiner gedacht, dass ich zu sowas fähig wäre. Naja aber mal ist halt Zeit zum Entspannen, mal zum Lernen. War auf jeden Fall eine (teils sogar positive) Erfahrung die man machen kann und tatsächlich tat es auch manchmal gar nicht so schlecht tiefer in gewisse (Wissens-)Bereiche einzusteigen und so etwas mehr zu verstehen. Ich weiß, da ist sicher noch Luft nach oben und ich studiere ja auch „nur“ Lehramt. Wenn über Silvester dann alle inklusive der Freundin im Tessin sind, kann einem die positive Erfahrung jedoch auch mal etwas weiter entfernt vorkommen.

 

Klettertechnisch war es eher ein Wechselbad. Ich bewundere wirklich alle Leute die nach 10 Stunden Arbeit noch intensiv trainieren können. Vielleicht bin ich einfach zu faul aber bei mir war der Kopf einfach platt und ich verbrachte meine Zeit in der Boulderhalle eher mit dummlabern und Leuten vom Training abhalten (Sorry an euch alle).  Klar ist Klettern auch ein Ausgleich, doch betreibe ich den Sport schon so intensiv und auch leistungsorientiert, dass es auch ein gehöriges Maß an Energie benötigt und leider war die nicht immer da. Vereinzelt und vor allem draußen gab es aber auch Tage an denen ich voll motiviert war und einfach nur Gas geben konnte. An einem dieser wenigen Tage in Franken konnte ich zum Beispiel „Monet“ klettern. Zwischen dem Physik und Geo  Examen war sogar mal Zeit spontan 2 Tage nach Petrorahd zu fahren. Sehr spontan sogar. Also hatten wir keinen Führer, keine Infos und der Campingplatz war zu. Zum Glück konnte uns Felix per Telefon ein paar Infos geben und wir haben tatsächlich Boulder gefunden. Der Fels hier ist als rau anzusehen. Sehr rau. Gefühlt zentimetergroße Kristalle stechen direkt in die Finger. Bei abartig guten Bedingungen und (10 grad und Starkwind) konnte man an den Blöcken, wider erwartend, jedoch tatsächlich ohne Cuts bouldern. Und es machte sogar Spaß. Voll geil.  Mit voller Motivation gelangen hier auch Boulder bis 7c.

 

Da ich schandhaft wenig Zeit hatte und Andrea trotz vollem Job somit  erstmals mehr Zeit als ich hatte, musste sie auch des Öfteren allein ins fränkische raus fahren und ohne Spotter auskommen. Doch sie machte die Not zur Tugend und versuchte einige Traversen, was durchaus von Erfolg gekrönt war und so sendete sie unter anderem Straßenstrich (7a), L‘artist (7a+), Stille der Skorpione (7a), Inter Bergsteig (7a) oder Mammon (7b).

Weiter kramte ich in der Lernphase mal wieder mein Skatboard hervor und gehe seitdem wieder relativ regelmäßig im Skatepark shreddern.

 

Alle Zeit hat jedoch auch ihr Ende. Und das waren dann die Prüfungen. Ich denke die sind bei mir ok gelaufen, aber unser liebes Kultusministerium in Bayern nicht für große Hektik bekannt und so ist immer noch für ein wenig Spannung gesorgt (Juhu) (Nachtrag Examen bestanden J). Nach dem obligatorischen Feiern ist nun wieder die Zeit für mehr Klettern angebrochen. Yihha. Aber leider nicht uneingeschränkt. Eigentlich bin ich eher ein ungeplanter Mensch, aber dass ich auf jeden Fall  länger reisen muss nach dem Examen ist klar. Und dass ich dafür Geld verdienen muss, ist sogar mit meiner bescheidenen Planungsfähigkeit einleuchtend. Also ist erstmal routenbauen angesagt.  Routenbauen ist eigentlich ein cooler Job, doch leider macht Griffe in die Wand schrauben und Kistenschleppen, zwar platt und die Haut kaputt, doch nur bedingt stark. Achja und dass ich in der Lernzeit mal wieder zugenommen habe ist natürlich obligatorisch.

Vereinzelt gab es auch wieder Klettertrips und so war z.B. Val di Mello auf der Liste. Da Andrea und ich uns hier kennengelernt haben, waren hier natürlich positive Vibes angesagt. Und entgegen mancher Aussagen finde ich das Val di Mello auch klettertechnisch Mega. Zufällig waren auch noch Jochen Perschmann und Michi Wohlleben mit ihrer Familie da und wir konnten uns für Projekte zusammentun.  Jochen konnte z.B. Unità di Produzione (8a+) und Bad ass (8a) machen. Leider war mein fetter Kadaver bei 7c bouldern schon recht nahe am Limit doch Hauptsache mal wieder Daumen drauf und verdichten. Weiter engagierte ich mich als Haus und Hof Fotograf für meine Scarpa-Teamkameraden und vor allem Andrea. Ich denke, dass das auch ein ganz guter Deal war und die Welt mit mir hinter der Linse ästhetisch mehr bereichert wird als vor selbiger.

 

Neben Sportklettern und Bouldern war ich auch recht motiviert mal andere Spielformen des Kletterns auszuprobieren und so fiel zum Beispiel der Dachrissklassiker Luftballondach (9) den ich mit Peter abhakte. Weiter war ein Trip ins Rätikon angesagt, wo wir unter anderem Intifada (8+) kletterten (auch wenn eine Länge durch einen Fußrutscher nicht frei gelang). Auf jeden Fall hat es super Spaß gemacht und auch für die anstehende Reise ist die ein oder andere Mehrseillängentour geplant und ich bin mir sicher, dass auch mal ein Finger, die Hand, die Faust, der Körper und oder ein paar Cams in Risse geklemmt werden.

Auf der Sinuskurve meines Gewichts bin ich dann auch plötzlich mal wieder 9kg hinuntergefahren und Schwupp auf einmal war dann auch die Kraft wieder da (also zumindest relativ gesehen) und die Form auf einmal top. Naja Kraft allein klettert aber halt auch keine Routen und auch Flow und ausbouldern hilft nur bedingt. Manchmal fliegt man halt auch trotz Top Form oben runter und das hab ich mal wieder zu Haufen gemacht. Vor allem in Steinbock (11-) habe ich noch diverse Male am letzten Loch vorbei gegriffen. Doch setzte ich alles auf eine Karte und schaufelte mir trotz impfen, ausziehen und packen  einen Zeitslot frei um es am letzten Tag vor unserer Abreise noch ein letztes Mal zu versuchen. Wir waren dann so ca. um 7 Uhr am Fels (Abends) und der erste Go war Mega beschissen. Low Point seit langem. Ganz Toll. Naja Egal halt noch nen Abbau go machen. Und der war dann irgendwie richtig gut. Alles lief wie am Schnürchen, richtig guter Flow, alle Züge kontrolliert, letzter Klipp, noch komplett fit, alle Griffe gut erwischt. Jetzt wusste ich, dass ich es machen werde. Doch Bähm ich Idiot blocke statisch neben das letzte Loch und es geht nach unten. Ahhhh ich Depp. Nach dezentem Aufregen  und Pause setzte ich jedoch noch einen letzten Go in der Dämmerung. Die Kraft war am Anschlag, doch der Fight-Modus an. Dieses Mal hatte ich die Crux Griffe deutlich schlechter, doch konnte ich mich mit ganz viel Wille und Kampfgeist irgendwie zur Top-Kelle kämpfen. Letzter Tag, letzter Go, letzte Kraft. Nach viel zu vielen Tagen des Projektierens war das auf jeden Fall ein würdiges Ende um diese Tour zu klettern.

 

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