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Frendo-Pfeiler mit Gast

02. August 2010

Bergführer und Scarpa-Teammember Thomas Schwinlin gelingt die der Extrem-Klassiker in Chamonix mit seinem Gast Adrian Reber aus Zürich.

Mit einer Schwierigkeitsbewertung von 60° Grad im Eis und Kletterschwierigkeiten von meistens IV und einigen Stellen im V. Grad, ist der Frendo-Pfeiler eine der beliebtesten Mixed-Touren von Chamonix. Von E. Frendo und R. Rionda am 11. Juli 1941 erstbegangen.

Die Schwierigkeiten im Sommer liegen wohl meistens im oberen Teil, denn wenn der Firn durch die warmen Temperaturen sehr soft wird, ist der Grad nicht gerade ein Vergnügen. So erwischten es auch die beiden Bergsteiger Thomas Schwinlin, Bergführer aus Wehr und sein Gast Adrian Reber aus Binz bei Zürich am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag. Die Kletterei im Fels war dafür umso schöner. Aber der Reihe nach:

Mit der zweiten Seilbahn ging es, um ca. 6:45 Uhr los zur Plan de l’Aiguille, der Mittelstation der Midi-Seilbahn. Von dort gelangten die beiden nach ca. 1 Stunde über den Pèlerins-Gletscher an den Einstieg des Frendopfeilers. Nach einer kurzen Rast wurden die Kletterschuhe angezogen und es folgte fantastische Kletterei durch ein System von zahlreichen Rissen und Kaminen. Bis auf wenige Stellen konnte alles im Fels geklettert werden, einige Stellen im Firn wurden einfach mit den Kletterschuhen durchstiegen. Eine überhängende Kletterstelle wurde mit Hilfe einer Trittschlinge technisch geklettert. Generell gilt zu sagen, dass sich der Fels in bester Qualität befindet. Wer sich am Frendo-Pfeiler in Bruch befindet, hat sich sehr wahrscheinlich verstiegen…

Nachdem der Felsteil geklettert war, wurden wieder die Steigeisen an die Bollerschuhe gemacht und los ging es durch zunächst weichen Sulzschnee, am immer steiler werdenden Firngrat entlang, immer rechts haltend um die oberen Felspartien herum. Es folgte Kletterei durch manchmal blankes Steileis und soften Firn. Knifflig wurde noch einmal die Überquerung einer großen Spalte kurz vor Erreichen des Midi Plan Grates. Der weiche Schnee gab den beiden genug Arbeit, aber nach 9 Stunden reiner Kletterzeit und 1200m Höhendifferenz erreichten die beiden den Tunnel der Midi-Bahn und nahmen erleichtert die Gondel zurück ins Tal von Chamonix. Mit dem ein oder anderen kühlen Bier wurde in den Bars von Chamonix gefeiert.

Ausrüstung: Eisgeräte und Steigeisen, 4-5 Schrauben für den oberen Teil (je nach Verhältnissen), ein kleines Rack für den Felsteil. Vorsicht vor Steinschlag bei zu warmen Temperaturen.

Mehr über Thomas und über seine Bergschule „Hochempor“ findet ihr unter
http://www.bergschule-hochempor.de

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