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12. Dezember 2011
Roadtrip duch Skandinavien
Lange haben meine Freundin und ich uns überlegt was wir denn machen sollen in den diesjährigen Sommersemesterferien. Wir ließen den Globus in alle Richtungen Kreisen. Kanada, Australien, USA oder wieder die geliebten Süd-Afrikanischen Rocklands? Alles war im Gespräch aber letzt endlich stiegen wir in unser Auto und begaben uns auf eine lange Reise in den norden Europas. In knapp 6 Wochen durchquerten wir Schweden und Norwegen bis hoch in die knapp 3000 Kilometer entfernten Lofoten.
Beeindruckende Landschaften, schroffe Bergwelten die direkt aus dem Meer herausragten, schier endlos erscheinende Wälder und ein Wunderschöner See nach dem anderen. Wir haben uns richtig entschieden in das Land der Elche, wo man auf jeden fall nicht anstehen muss um einen Boulder zu probieren, zu reisen war es definitiv wert.
Ende Juli hatte ich noch einen Dia Vortrag in Freiburg und dann ging die lange fahrt los. Wir nahmen die Fähre von Travelmünde nach Trelleborg welche mir, aufgrund ihrer kostenlosen Whirlpool-Landschaft von meinem Skandinavien Trip aus dem Jahre 2008 noch positiv in Erinnerung gewesen war.
Unser erster Stopp war das Bouldergebiet Västervik an der Ost-Küste Schwedens, knapp 300 Kilometer südlich von Stockholm. In einer wunderschönen Seeenlandschaft tummeln sich Boulderblöcke in den verschiedensten Gesteinsarten. Im Umkreis von etwa 50 Kilometern um die Stadt Västervik stapft man durch tiefe Wälder und stößt auf Sandstein, Granit oder irgendwelche misch Felsarten. 5 Tage verweilten wir hier und zogen uns die Finger lang bis uns die Reise weiter in den norden führte.
Drei Tage fuhren wir durch schier endlose Wälder, an unzähligen Seen vorbei und am ende durch die karge Landschaft Lapplands bis wir endlich die Fjorde Nord-Norwegens und damit die Lofoten erreichten. Mit spärlichen Infos machten wir uns mal wieder auf Bouldersuche. Wir stolperten über felsige Strände und durch sumpfige Wiesen aber eigentlich mussten wir meistens nicht wirklich weit gehen. Viele der Boulder befanden sich direkt in Sichtweise zu unserem Auto.
Die Lofoten haben noch so viel potenzial um neue Boulder zu schließen und wenn man erst ein Boot hat um all die Inseln zu erreichen... unaussprechbar, nächster Lofoten-Trip mit Boot.
Die Lofoten waren wirklich sehr beeindruckend vor allem da es aufgrund der Mitternachtssonne so gut wie nie dunkel wurde. Da wir aber auf einem Roadtrip waren zog es uns ebenfalls nach knapp einer Woche weiter zurück in den Süden. Unser nächstes ziel waren die Boulder um den kleinen Ort Harbak in einem kleinen Fjord ca. 100km nördlich von Trondheim. Dieses Ziel war aber knapp 1000 Kilometer südlich der Lofoten und so eine Distanz kann in Nord-Norwegen nicht mal so einfach runtergespult werde. 80 Km/h, kurven, Tunnel, Brücken, Fähren, Rentiere, Boulderblöcke am Straßenrand etc. wie auch immer man kommt einfach nicht wirklich schnell voran was aber auch nicht so schlimm war.
Die Boulder in Harbak zu finden war zur Abwechslung mal sehr leicht. Es gab ein richtiges Topo in Buchform welches käuflich erworben kann und die Boulder sieht man sowieso schon fast alle vom Parkplatz. Ganz anders war es dagegen im eine stunde entfernten Vignsand dort ist wirklich alles Top secret aber nach einem kompletten Tag suchen mit der Unterstützung von Videos, Bildern und Erzählungen anderer Boulderer hatten wir auch dort alles was wir sehen wollten gefunden. Ein wirklich wunderschönes Bouldergebiet mit wahnsinns Linien wie Diamond fb 8b oder Dalai Lama fb 7b+ allerdings sind die Boulder ziemlich weit verstreut. Wir blieben drei Tage in Vingsand bis es uns wieder nach Harbak zog. Hier blieben wir auch unsere letzten Tage und knackten noch erfolgreich die übrig geblieben Projekte bevor wir unsere immer noch ewig lange Heimreise über Dänemark zurück nach Stuttgart antraten.
Für mich war das ein sehr beeindruckender Roadtrip durch das nordische Europa, durch ewig weite unberührte Landschaften mit schier unendlich vielen Möglichkeiten neue Routen ein zu bohren oder riesige Bouldergebiete zu erschließen. Man sagt sich ja immer Norwegen im Sommer da regnet es doch die ganze Zeit. Das kann ich nicht bestätigen. Wir hatten zwar immer mal wieder regen Tage aber wir hatten nur einen Tag an dem es wirklich die ganze Zeit geregnet hat aber da war sowieso ein Ruhetag geplant.
Der Trip hat sich auf jedenfalls gelohnt auch wenn sich mein Auto wahrscheinlich über die 8500 Kilometer nicht so wirklich gefreut hat. Ich würde sofort nochmal genau den selben Trip machen.
Eine kleine Auswahl der Boulder die ich wiederholen konnte:
Jochen Perschmann
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