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Madagascar Expedition 2010

10. Oktober 2010

Granit ist nicht gleich Granit! Wer schon mal im Yosemite oder im Zillertal war, weiß wie unterschiedlich die Reibungseigenschaften dieses metamorphen Gesteins sind. Im Juli dieses Jahres machte sich die wohl kleinste Expedition auf die Suche nach dem „anderen“ Granit. Die „Reisegruppe“ bestand nur aus Jörg Andreas aus Dresden und Mir. Beide sind wir bestens Bigwall erfahren.

Madagaskar lockte mit 500 Millionen Jahre altem Granit das mit über 1000 Grad „behandelt“ wurde, und dadurch einer Kleckerburg im Ostseesand glich. Der Fels ist mit Kristallen durchtränkt und hat eine Rauhigkeit die seinesgleichen sucht. Der durch Wasser „gechippte“ Granit im Valley ist da eher mit Marmor zu vergleichen.

Unsere 6 Wochen Reise auf diese unbeschreiblich schöne, aber auch durch große Gegensätze geprägte Insel verlief sehr Erfolgreich. Die ersten Tage im Adringita Nationalpark verbrachten wir mit Versuchen in der Route „Tough Enough“ 10.Sl 8c. Aufgrund ihres Anspruches (400m im 9.-10.Grad), und des folgenden Zeitaufwandes den wir für eine komplette Begehung der Route benötigten entschlossen wir uns unser Erstbegehungsvorhaben zu forcieren.

Durch die Ostwand des Karambony führte nur die „TE“. Bei 200m Wandbreite sollte es doch möglich sein eine weitere Linie durch dieses aalglatte Gemäuer zu treiben. Nach 10 Tagen im Sitzbrett, an Skyhooks oder Messerhaken wurde unsere Idee Wirklichkeit und wir erreichten den Gipfel des Karambony. Nach weiteren 10 Tagen waren alle Seillängen frei geklettert und wir tauften diese von Schönheit strotzende Linie „Air Madagascar“.

Die blanken Fakten: 5c/8a/8a+/8a/7c+/8b/7a+/7b/8a+/5c (71 Haken und neun Standplätze auf circa 400 Meter).

Ein weiteres Highlight unseres Aufenthaltes im „Heiligen Wald“ des Stammes der Betsileo: Die 2007 durch Toni Lamprecht und seine Freunde erschlossene Tour „Manara Potsiny“ 17.sl 8a. am Tsaranoro-Be bekam die ersten 2 Wiederholungen durch uns. Toni schrieb uber die Tour:“Die Route stellt in Punkto „Schönheit" und „Kompaktheit" das Nonplusultra im Tsaranoro-Tal dar“. Das können wir als Wiederholer nur bestätigen! Und mit „Air Madagascar“ konnten wir die Messlatte „schönste Route“ dieses Jahr noch ein Stück höher legen.

Zurück bleiben Menschen die wir sehr ins Herz geschlossen haben und eine einmalige Landschaft die nicht nur das „Erstbegeherherz“ höher schlagen lassen.
Dirk Uhlig

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