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19. August 2011
Zusammen mit Thomas Schrott (30) einem Tiroler der in Berlin wohnt, war ich das erste Mal Anfang Juli in der Camilotto-Pellisier an der Großen Zinne Nordwand. Die Route wurde 1968 im technischen Stil erstbegangen. Die Route hat 6 schwere, konstant überhängende Seillängen am Anfang, 7b+, 7c, 8a+, 7c+/8a, 7a, 8a+. Danach flacht die Route ab und es folgen weitere 6 klassische, alpin abgesicherte Seillängen die sich um den 6. und 7. Schwierigkeitsgrad bewegen. Nach diesen 6 Seillängen kommt man dann im oberen Teil der Dibona-Kante raus und gelangt über sehr leichtes Gelände auf den Gipfel der Großen Zinne.
Das erste auschecken war sehr vielversprechend! Wir kletterten in Wechselführung. Neben der 7c+/8a Seillänge, die ich im Nachstieg Onsight klettern konnte, konnte ich auch dank Thomas, der mir die ganzen Züge der letzten Seillänge (die Schlüsselseillänge) ansagte im Flash klettern, was mich wirklich sehr freute!
Da das Wetter dann allerdings erst mal für eine ganze weile schlecht war, saßen wir zuhause, trainierten viel und telefonierten fast täglich mit Albert Leichtfried von der ZAMG in Innsbruck um einen gescheiten Wetterbericht zu bekommen.
Nach über 3 Wochen war dann endlich Hoffnung, gutes Wetter! Natürlich nutzten wir die Chance um dieses Psycho-Drama endlich zu beenden. Das ewige Zuhause sitzen und warten, dass das Wetter gut wird macht irgendwie krank! Vor allem weil mir die Zeit davon lief! Ende August beginnt für mich die Staatliche Prüfung zum Berg -und Skiführer was dann vorübergehend nicht mehr hart klettern bedeutet.
Mit dabei waren Hansi Heckmair als Fotograf, Hans Hornberger als Filmer, wieder Thomas Schrott als Kletterpartner und meine Wenigkeit. Ein Chaotentrup den es nicht mehr schlimmer gibt. Am Dienstag den 02.08. war es dann endlich soweit, der Plan war, dass Hans Hornberger über den Normalweg solo auf den Gipfel geht und wir über die Route auf den Gipfel klettern. So konnten wir 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen, ich konnte versuchen die Seillängen Rotpunkt zu klettern und am Gipfel könnten wir dann noch Gipfelaufnahmen schießen, die ja auch gemacht werden müssen. Gesagt getan, wir standen morgens um 8.30 Uhr am Einstieg. Es war wie immer diesen Sommer eiskalt, aber daran haben wir uns gewöhnt. Nun war endlich Zeit fürs klettern und das lief perfekt, jede gepunktete Seillänge mehr machte mich entspannter, der Druck wurde kleiner und die Freude größer. Ich hatte einen Flow wie ich ihn selten hatte, ich kletterte endlich mal, kein Fotoshooting, kein Filmer der sagt stopp zurück…Einfach klettern und das lief super. Ich kam am Stand der 6. Seillänge an ohne an diesem Tag in irgendeiner Seillänge einen 2. Versuch gebraucht zu haben.
Die weiteren Seillängen kamen mir vor wir ein Siegeszug, wir rannten die Seillängen hinauf ich voraus, Thomas hinterher und freuten uns jeden Meter den wir kletterten, dem Gipfel näher zu kommen. Vom Ringband aus sahen wir schon Hans der am Gipfel auf uns wartete. Und schließlich standen wir dann um 15.30 Uhr auf dem Gipfel. Ein lauter schrei und es war geschafft!
Mein großer Dank gilt mal wieder dem Hansi Heckmair, für die coolen Bilder. Dem Hans Hornberger, der mit vollem Einsatz die ganze Zeit gefilmt hat, als erster morgens aufgestanden ist und als letzter ins Bett gegangen ist. Und natürlich dem Thomas, der mich die ganze Zeit unterstützte.
Eine weitere Route, die mein Jahr ein bisschen vollkommener macht. Ich habe mir nach jeder Aktion geschworen, dass ich mir ein bisschen Ruhe gönne, allerdings habe ich es nie geschafft es durch zu ziehen. Ich habe immer weiter trainiert. Aber dieses mal werde ich es machen, ich habe gemerkt dass ich ein bisschen ausgebrannt bin und freue mich darauf ein bisschen zu relaxen und Motivation zu tanken um im Herbst wieder anzugreifen.
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