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„Sepp’s Tag“ auf der Skitouren-EM in Pelvoux – ein Erlebnisbericht by Sepp Rottmoser

09. Februar 2012

Der Tag begann ganz normal, um 6.30 klingelt der Wecker, ich raffe mich auf, torkle die Treppe hinunter zum Frühstücksbuffet und streich mir etwas Marmelade aufs ofenfrische Baguette, dazu nen Kaffee. Naja richtig hungrig bin ich zwar nicht, aber was hilfts…

Zurück auf dem Zimmer kontrolliere ich nochmal mein Material, hefte die Startnummern an, verrichte die üblichen Geschäfte und auf gehts! Von unseren Hotel aus skate ich bei -17°C gemütlich in 5min zur Startzone des Sprintwettbewerbs und checke gleich mal die Strecke aus. Eine flache Piste, ca 20 Höhenmeter, führt in das steiler werdende Gelände, welches in 4 Spitzkehren bewältigt wird, danach Wechselzone. Dort müssen die Skier auf den Rucksack befestigt werden bevor es in die lange steile Tragepassage übergeht (25 Hm). Zum Ende nochmal 10 lange Höhenmeter zur finalen Wechselzone. Felle ab, rein in die Abfahrt. Ein sehr eng gestecker Riesenslalom weist den Weg ins Ziel, weil das noch nicht genug ist, muss man die letzten Meter ins Ziel Skaten.. das wird eine Schinderei ;-)

Ab 10 Uhr beginnt die Quali, das heißt im 30 sec. Takt werden die ca 50 Herren auf die Strecke geschickt und die schnellsten 30 kommen ins Viertelfinale. Dort werden jeweils 6 Athleten gleichzeitig auf den Kurs losgelassen, die ersten 2 Gewinner kommen weiter. Danach Halb, bzw Finale.

Es ist 10 Uhr, gefühlter Puls bei 150, noch 14 min bis zum Start. Noch ein zwei schnelle Intervalle und schon gehts gleich los.... 30 sec. vor mir startet ein Athlet aus Andorra. 3,2,1,Los!

Der flache Part ist schnell vorbei, auf in die Spitzkehren Richtung Tragepassage, Ski auf den Rucksack. Schon hab ich den Andorrianer überholt. Ski anschnallen, noch paar Meter und der Scheitelpunkt ist erreicht. Puls 200! Felle abziehen, rein in die Abfahrt und nach paar schneidigen Schwüngen komme ich ins Ziel. Mit 2.56.7 min. hole ich mir die drittschnellste Zeit in der Qualifikation. Nach 1h Pause gehts mit dem Viertelfinale weiter. Ich erwische eine gute Gruppe, kann mich vom Start weg leicht absetzen und erreiche als erster das Ziel. Kurz danach im Halbfinale finde ich mich in einer sehr stark besetzten Gruppe wieder. Der Start gelingt sehr gut, in den Spitzkehren erwische ich blöderweise die etwas glattere Spur und muss extrem kämpfen, um dranzubleiben. Marcel Marti (CH) übernimmt die Führung, ich laufe was geht, ziehe meine Felle ab, verstaue diese im Rennanzug, Reißverschluss...klemmt! In letzter Sekunde starte ich in die Abfahrt. Da kommt Martin Anthamatten (CH) und skatet an mir vorbei, ich gebe nochmals alles, erreiche das Ziel aber nur als Dritter.

Ich ärgere mich unbeschreiblich über das Debakel. Als ich schon auf dem Weg Richtung Hotel bin, schreit mir ein Schweizer hinterher, dass ich schnellstens an den Start zum Finale antreten soll - sein Kollege wurde wegen eines Regelverstosses disqualifiziert.

Eigentlich wären meine 'Haxen' schon recht voll, aber ich glaube dass es da allen gleich geht!

3,2,1, Start! Wieder gut vom Start weggekommen, wähle ich nun die rechte Spur, sie ist weitaus griffiger und ich erreiche die Tragepassage. Der Wechsel hat optimal funktioniert, Erster in der Portage. Meine Teamkollegen schreien, pushen mich unglaublich. Auf den letzten Metern kommt Robert Antonioli (IT) gefährlich nah, noch ein Sprint, ich befinde mich in der Wechselzone und sehe Sterne. Als ich meine beiden Felle in der Hand und verstaut hab, steche ich in die finale Abfahrt, dreh mich kurz um, lache und ich finde mich wieder im Ziel wo mich bereits meine Teamkollegen überrumpeln.

Für mich ist es ein unbeschreibliches Gefühl die erste Goldmedaille im Herren und U23 Bereich geholt zu haben – ein perfekter Tag!

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