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Christoph Gotschke

„Weisch Bua, alle kommen dreckat hoim vom Spiela, aber du bisch halt immer mit Abstand der Dreckigste“

 

Ich bin im Allgäu aufgewachsen, ziemlich klischeehaft in einer Bergsteigerfamilie und schon immer mit einem starkem Drang zum Abenteuer und Draußensein. Versuche, mich für andere Sportarten zu begeistern, scheiterten mehr oder weniger früh, am Ende bleiben Klettern und die Berge der rote Faden im Leben, bis heute. Mangels Alternative und Führerschein waren damals meine Seilschaftspartner für Alpines deutlich älter und so kommt es, dass ein knapp 19jähriger drei Wochen nach dem Abitur auf dem Khan Tengri in Kasachstan steht. Das Zeugnis musste per Post zugestellt werden, sorry Mama! Ziemlich überfordert und unerfahren aber eigentlich nur stark und geschickt, erlebe ich diese Expedition doch als Initialzündung. Spätestens seit diesem Jahr hat die Energie eine Richtung. Es muss zwar nicht unbedingt hoch sein, dass war irgendwie nicht das spannende, aber gern mit dem gewissen „Etwas“. Das technisch anspruchsvolle, athletische reizt mich, genauso wie der Anspruch kein Spezialist zu sein, sondern eher der alpine Zehnkämpfer, wobei sich die Schwerpunkte eben mal hierhin, mal dahin verschieben…. .

 

Die Eckdaten:

  • der Khan Tengri markiert mit 19 den Beginn der „schiefen Bahn“…
  • weitere Reisen folgen: Bolivien, Peru, Nepal, Marokko und natürlich immer wieder die Alpen… der Fokus rutscht dabei immer weiter Richtung „schwer und anspruchsvoll“ und weg von „hoch und gängig“
  • durch Expeditionskader und Bergführerausbildung kommt zu Power und Motivion zum Glück Erfahrung dazu
  • Aufnahme in die Lehrteams und Zusatzqualifikationen (Klettertherapie, Ökologie)

 

Mein „Steckenpferd“ im alpinen Spektrum, bei dem ich auch nach wie vor richtig Aufwand betreibe, war aber immer das Klettern in allen Spielarten:

 

  • Bouldern bis 8A (in Zeiten der Wunderkinder kein Deal, für einen alpin-affinen Familienvater aber gar nicht mal so schlecht)
  • Sportklettern mit Erstbegehungen bis 8b/+
  • Tradklettern bis E7/8
  • Alpinklettern bis zu Erstbegehungen bis 7c+
  • Eis- und Mixedklettern bis WI6+ und M11, hier und da eine Erstbegehung

 

(Bei den anderen Disziplinen und besonders beim Skifahren darfs auch gern mal schnell und steil werden)

 

Heute lebe ich mit meiner Familie in Steingaden/ Oberbayern, jongliere -wie ich finde, mal meine Frau fragen…-ganz gut mit dem Arbeits- und Familienleben und meiner Leidenschaft als Kletterer.

 

Bergführer und Ausbilder

 Nach der Schule war ja eigentlich der Plan, Sonderschullehrer zu werden, ehrlich! Dummerweise kam dann eben das Bergführerleben und die Leidenschaft in die Quere, und ich „musste“ ich ein Sabbatsemester an der Uni nehmen,… . Aus dem bin ich dann nie wieder zurückgekehrt.

Erstmal war ich als Bergführer und Allrounder glücklich.

 

Mit der Aufnahme in das Bundeslehrteam des DAV hat sich mein Repertoire als Bergführer um die Rolle des Ausbilders erweitert, was ich sehr schätze, ich vermittle gern und die ambitionierten Teilnehmer und das Teamwork mit Kollegen sind etwas anspruchsvolles und besonderes! Seit Ende 2014 bin ich einer der Koordinatoren im Fachbereich Sportklettern und darf nun an zentraler Stelle Impulse für die Ausbildungen und das Sportklettern setzen. Außerdem berate ich den VDBS in der Kletterlehrer-Ausbildung und bilde auch dort aus.

So setzt sich mein Bergführerleben aus Ausbildertätigkeit und Führungen mit Privatgästen zusammen, gelegentlich arbeite ich für Bergschulen.

 

Geschäftsmann „wider Willen“

 Der Bergführerberuf macht mich zufrieden und stolz und ich bin leidenschaftlich gern mit Menschen in den Bergen und kletternd unterwegs. Zwei Nachteile lassen sich allerdings nicht von der Hand weisen und beide musste ich schon bzw. darf ich spüren:

 

  • Man ist zu 100% vom eigenen Körper abhängig und damit oft gar nicht so frei!

> das musste ich leider schon spüren…!

  • Es gibt kaum familienunfreundlichere Berufe!

> das darf ich erleben und bin sehr glücklich, eine tolle Familie zu haben!!!

 

2009 war ich verletzt, ein Stein hat mich am Mont Blanc voll erwischt und ich hatte reichlich Zeit zum Nachdenken. Der Zufall und ein gerüttelt Maß Frechheit kam zusammen und der Alpenverein Füssen suchte genau zu diesem Zeitpunkt einen Pächter und Betreiber für sein Kletterzentrum. Seitdem lebe ich auf zwei Standbeinen und das fühlt sich in mancher Hinsicht sehr gut an. Manche würden sagen ich bin kein „harter“ Geschäftsmann, aber ich bin stolz mit Augenmaß ein gut funktionierendes Geschäft zu führen, dabei ein motiviertes und starkes Team zu leiten, eben hier und da Leute zusammenzubringen und den ein oder anderen unterstützen zu können.

 

KRAFTWERK- die Boulderhalle für´s Allgäu

  • Lernen und Erfolg macht eben Spass und schafft Möglichkeiten!

 

Es bleibt ja nicht aus, man lernt beim Tun und wenn man eben neugierig und ambitioniert ist, möchte man sich entwickeln. Als Pächter einer eher mittelgroßen Kletterhalle an mittelgutem Standort sind wir ein wenig limitiert, durften aber gerade dadurch sehr viel lernen.

Seit November 2016 sind wir nun mit dem KRAFTWERK, der ersten Allgäuer Boulderhalle, am Start und ich bin unheimlich stolz, wie es läuft! Atmosphäre, Premiumboulder und ein super Trainings- und Kursangebot, alles was der Boulderer und Klettterer braucht.

 

Mal sehen was die Zukunft bringt, solange es weiter so viel mit Bergen, Klettern und Mensch zu tun hat und mir weiterhin so selten langweilig ist, bin ich happy (ein bisschen mehr Freizeit könnte aber nicht schaden 😉  )

 

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