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Sebastian Brutscher

Mein persönlicher Werdegang hat relativ einfach begonnen. Mein Vater nahm mich schon von klein an mit in die Berge und ich genoss schon damals jede Sekunde die ich unterwegs sein durfte. Den ersten Klettergurt bekam ich mit 4 Jahren, nach dem ich den Dülfersitz beherrschte. Meine ersten Steileiserfahrungen machte ich beispielsweise im benachbarten Hirschbachtobel, mit 10 Jahren und der Aussage meines Vaters ja nicht runterzufallen. Da ich natürlich seilfrei unterwegs war und mich mein Vater von der gegenüberliegenden Seite beobachtet hatte. Später habe ich mich für eine Weile intensiv dem Berglauf gewidmet und nebenher meine Zimmerausbildung abgeschlossen.

Nach einem Kletterunfall einen Monat nach meinem 18. Geburtstag, beschloss ich nur noch zu klettern. So kam es, dass ich mich mit 19 Jahren als Bergführer selbständig machte um meiner Leidenschaft nachzugehen. Mit 27 Jahren ergab sich die Gelegenheit das Kletterzentrum Sonthofen in Zusammenarbeit mit zwei Freunden zu betreiben. Seitdem arbeite ich dort als Geschäftsführer und übe zusätzlich meine Tätigkeit als Bergführer aus.

 

Meine Devise

Nütze jeden Tag als sei es dein letzter und versuche das Unvermeidliche möglichst heraus zu zögern.

In meinem Leben hatte ich schon öfter mehr Glück als Verstand, aber ich war immer bereit daraus zu lernen um das nächste Mal gewappnet zu sein. Sei es als ich mit 17 Jahren beim Soloklettern abgestürzt bin, oder mich kurz drauf beim Seilklettern schwer verletzte. Zu diesem Sport gehört einfach eine gesunde Selbsteinschätzung und bei schweren Aktionen auch teilweiße viel Glück. Ich musste auch feststellen, dass je größer mein Horizont beim Klettern wird, desto kleiner ist die Möglichkeit, mich selbst nach meinen Vorstellungen auszuleben und herauszufordern. Es gibt nichts Schöneres als im Sonnenaufgang in einer Wand zu sein, die Spannung und Energie zu spüren, das Ziel zu erreichen – einfach nur zu denken, dass ich jetzt da hochklettern darf.

 

Eine Verbindung zu einer Region oder einer Landschaft

Welche Spots oder Orte in der Welt bevorzugst Du? Warum? Das Schöne am Bergsteigen ist, dass es fast überall möglich ist und so gut wie immer Spaß macht. Dennoch gibt es natürlich Hot Spots für mich wie meine Heimat ;-), Chamonix, Dolomiten, Himalaya, Amerika und viele andere. Das Wunderbare ist die Vielseitigkeit und zu wissen, dass es noch so viele tolle Orte gibt, an denen ich noch nicht war.

 

Bedeutendsten Touren und Erlebnisse

Meine persönlichen Highlights waren sicherlich die Erstbegehungen in Kirgistan (Tehglavyj Nordwand, „Walk of Life“), die Erstbegehung von Time out 10+, die Besteigung des Khan Tengri (7015m), oder die Wiederholung der Route „Beyond Good and Evil“. Aber jede Tour für sich in meiner Laufbahn, war ein Highlight und mir fällt es schwer zu sagen, was das Bedeutendste war. Gewisse Ziele benötigen einfach Geduld und können nur zum richtigen Zeitpunkt angegangen werden. Daher hab ich viele langfristige Projekte und im Gegenzug genieße ich es aber auch wenn kurzfristig coole Touren klappen.

 

Anekdoten

Spaß gehört zum Bergsteigen einfach dazu. So kam es vor ein paar Jahren, dass ein Spezl und ich im März eine Route an den Zinnen in den Dolomiten kletterten. Anschließend fuhren wir nach Cortina um darauf anzustoßen. Es war sehr lustiger Abend. Geschlafen haben wir natürlich wie immer im Auto, für das wir auch vorher einen super Parkplatz im Zentrum gefunden hatten. Als wir am nächsten Morgen im Auto aufwachten, mussten wir feststellen, dass Markt war und wir mitten auf dem Markplatz standen. Die älteren Damen schauten recht verdutzt durch das Fenster und wunderten sich, dass wir immer noch seelenruhig schliefen.

 

Was ich benutze:

 

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