Tom Thudium – Sylvester im Tessin

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22. Januar 2015

Sylvester im Tessin – ein Klassiker unter den Bouldertrips

 

Sylvester und Tessin war für mich lange Zeit ein Klassiker über die Weihnachtszeit. Doch vor allem, da wir mit dem Felskader in den letzten Jahren auch öfters mal zu Destinationen mit Neuland wollten, war das Tessin von mir nicht ganz so oft besucht, wie ich es eigentlich für Notwendig halte. Vorteil  dabei ist: es gibt noch sau viele Boulder im Tessin  die ich noch unbedingt machen muss.

Die Voraussetzungen waren gut, die Fitness passte. Vor Weihnachten wollte ich jedoch auch noch „Zerberus“ (8b)  im FJ machen, was auch recht gut lief. Nach ein paar Tagen hielt der Toehook und ich kam über die Crux. Der Rest taugt mir eigentlich super und ich dachte jetzt geht was. War aber nicht so! Ich legte noch einen Ägypter und der Go endete mit einem lauten Krach im linken Knie. Fuck! Da war Irgendwas mal richtig kaputt gegangen. Also  erstmal rumschreien, Schuhe in den Wald werfen und aufregen. Eigentlich dachte ich, dass ich mich in letzter Zeit genug verletzt hatte und es langweilt mich schon selber wieder darüber zu schreiben (Ich dachte eigentlich, dass es aufhört, jetzt da ich nicht mehr allzu dick bin). Auf jeden Fall wurde mir nach einem MRT ein  Innenbandanriss bescheinigt und Schonung empfohlen. Was ich mal so interpretierte, dass ich eben weiterklettere und wenn‘s allzu arg wehtut den Zug nicht mache.

So ging es dann nach den Weihnachtsfressorgien ab gen Tessin. Die Heilung verlief eigentlich verhältnismäßig super. Am ersten Tag konnte ich noch nicht mal auf ein Fahrrad aufsteigen, nach einer Woche wieder tanzen und im Tessin dann wieder fast problemlos rumlaufen. Beim Klettern hatte ich leider oftmals das Gefühle eine Art Holzbein mit mir rumzuschleppen, das man halt irgendwie abstellt, aber sonst kaum benutzen kann.

Das Ziel war einen Boulder zu finden, bei dem man das linke Bein kaum braucht und da ich ja halbwegs fit war durfte der ruhig auch etwas schwerer sein. Ich wollte ja was zu tun haben (Achja und geil sollte der Boulder selbstverständlich auch sein). Genau diesen Boulder fand ich mit „Dellusion of grandeur“ (8a+), einer Art Sloperrampe, bei der man fast nur rechts hocken musste. Dieser Boulder wurde somit belagert und es lief gut. Die Linkups wurden besser.

Neben dem Bouldern, war ich auch super motiviert mit meiner neuen Kamera zu spielen und machte fleißig Fotos, was bei unserer motivierten Gruppe auch echt Spaß machte. Generell war unser Team super und man konnte die Abende z.B. bei der ein oder anderen Pokersession ganz gut aushalten. Weiter konnte ich den Großteil der Gruppe überzeugen, dass Dart eine der spannendsten Sportarten der Welt ist (Klettern kann sich da, vor allem bei der Show, noch einiges abschauen) und die Dart WM war ein feste abendliche Institution.

Am vorletzten Tag wollte ich „Dellusion“ dann weghauen, leider rutschte ich ein paar  Mal ab und holte mir so blutige Knöchel auf der Fingeraussenseite, dass das Blut schon vorne auf die Grifffläche lief. Schlechte Bedingungen. Sekundenkleber, Sprühpflaster und Chalk halfen nichts, Pause aber dann letztendlich schon. Nachdem ich nochmal blöd beim Mantel geflogen bin (passiert, wenn man zu feige ist ihn mehr als einmal vorher zu machen) konnte ich den Boulder dann völlig platt klettern. Für mich ist dieser Boulder wirklich ein Traum. Super Linie, super Züge und das Ganze dann noch getoppt durch ein Tricky Topout. Kann eigentlich nicht besser sein.

Insgesamt konnte ich inklusive Aufwärmboulder zwar nur ganze 2 Probleme aussteigen, dennoch war der Trip für mich ein voller Erfolg. Irgendwie macht es dann doch die Qualität und nicht die Quantität der Boulder zu einem erfolgreichen Trip.

Tessin ich werde wieder kommen und dann mach ich auch die Boulder mit links.

 

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