PICOS Berge & Mehr – Vive la Maurienne!

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13. März 2015

Im Maurienne – Tal in den savoischen Alpen scheint jedes Dorf dank des Erschliessungswahns der 70er Jahre ein eigenes kleines Skigebiet zu haben. Über 20 sind es insgesamt. Die meisten der Skifahrer bleiben „brav“ auf der Piste  – das riesige Backcountry hat man größtenteils für sich. Weite offene Hänge, steile Couloirs, bestes Treeskiing – die Vielfalt auf engstem Raum ist beeindruckend. So kann man jeden Tag ein anderes Gebiet aussuchen… und neue Offpiste Abenteuer erleben. Abfahrten mit mehr als 1500 Höhenmetern, die nur wenige Gehminuten vom Lift entfernt und 4 Tage nach dem letzten Schneefall bei bestem Wetter noch immer nahezu unverspurt sind –  im Maurienntal nichts Ungewöhnliches.

Tag der Ankunft: 6 °C und Landregen – ein stimmungsvoller Auftakt für eine Freeridewoche sieht eigentliche anders aus. Dafür ist die Begrüßung in der urgemütlichen Herberge „Relais de Diligence“ umso herzlicher und das erste Abendessen – alles biologisch, regional und mit Liebe zum Detail zubereitet – lässt die Stimmung sogleich wieder steigen.

Der erste Skitag eignet sich strategisch gesehen bestens für’s Treeskiing, wären da nicht  erschwerende Randbedingungen: erstens hat es zuvor bis auf 2000m geregnet und zweitens sind alle Lifte ab 2000m Höhe wegen Sturm und Schneefall geschlossen. Glücklicherweise finden wir doch noch eine Bahn im Val Cenis, die uns zumindest auf 2500m und trotz schlechter Sicht unerwartet gute Runs im lichtem Wald und verschwenderisch mit kleinen Couloirs und Pipes ausgestattetem Gelände bringt. Am darauffolgenden Tag zeigt sich, dass der stürmische Westwind ganze Arbeit geleistet und alle exponierten Rücken frei gefräst hat. Deshalb machen  wir uns erst mal auf in den Wald und die Leehänge unterhalb des Hauptgipfels von La Norma. Zum Schluss gibt’s noch ein luxuriöses, weil  lediglich eine Gehminute vom Lift entferntes Couloir mit weitläufigem Auslauf für die letzten Big Turns des Tages.

Nach einem Tag Whiteout putzt die Bise dann endlich den Himmel blank für eine großzügige Variante im Gebiet von Valfréjus – dem Grand Vallon – mit etlichen hundert Höhenmetern unverspurter Traumhänge – Laufen lohnt sich! Am späten Nachmittag legen wir noch drei Runden Treeruns vom Feinsten nach. Zum Abschluß steht eine Skisafari zwischen Valloire und Val Meinier und eine Überraschung der besonderen Art auf dem Programm: das erste Couloir de Setaz wird doch glatt vor unseren Augen von einer 20 – köpfigen UCPA – Kindergruppe (bekannter französischer Ferienfreizeit Veranstalter) – naja – eingefahren. Chapeaux! In den durch zahlreiche windgeschützte Mulden und Rinnen gegliederten Osthängen von Crey du Quart lassen sich jedoch auch am zweiten Tag Schönwetter noch schöne Linien im Pulver finden.

Und wo findet man sowas noch in den Alpen?

weitere Informationen und Kurse unter Picos Berge & Mehr

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