Max Räuber – Spiel mit Feuer und Eis

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14. September 2016

Spiel mit Feuer und Eis

Früh morgens (zu früh) holte mich Tom ab, endlich beginnt unser Felskader-Trip 2016. Ole und Andrea sind auch schon am Start unser Ziel: Island.
Was wir da wollen?  Na bouldern natürlich. Was wir darüber wissen? Im Grunde genommen so gut wie nichts.
Vor unserem Trip haben wir lediglich ein paar Videos gesehen und uns den Namen des Boulder-Gebiets sowie seine grobe Lage gemerkt.
Trotz Stress, engem Zeitplan und allgemeiner Planlosigkeit bekommen wir doch noch alles problemlos geregelt.
Und so kommen wir nach einem anstrengendem Flug und einer sehr langen Autofahrt endlich im Boulder-Gebiet an.
Am nächsten Tag erwartet uns eine gigantische Szenerie, unser Camping ist direkt am Meer und das Bouldergebiet nur einen Steinwurf entfernt.

Die kommenden Wochen sind der Hammer: bouldern, chillen, Sightseeing und neue Boulder suchen. Was will man mehr? Alex ist mit der anderen Hälfte der Felskaders schon vor geflogen. Gleich am ersten Tag zeigt er mir die Projekte die er noch putzen will und gibt mir eine kurze Tour durchs Gebiet.
So langsam lernt das Gebiet zu überzeugen, besonders ein Projekt hat es mir an getahen: Ein riesen Block ca. 45° überhängend mit deluxen Spannungszügen an Leisten..
voll mein Ding.
Bei Tom sieht es leider nicht so rosig aus, seine Haut fläddert nur so vom Fleisch.
Warum das so ist wissen wir nicht genau, es könnte aber mit den drei Tagen Routenschrauben in Ulm bei ca. 35°C zu tun haben. Und so geht die Zeit dahin, Toms Haut erlaubt ihm kaum schwerer zu bouldern als 7A auch wenn es so langsam bergauf geht und er dann doch noch immerhin mit „Crazy flipping Germans“ einen etwas schwereren Boulder hinbekommt auch wenn 7B+/C für Tom normaler weise keine Herausforderung darstellt. Ich streuner während dessen meist mit Alex durchs Bouldergebiet und so grasen wir langsam die Klassiker ab und probieren uns immer wieder am Projekt, welches zwar sicher möglich allerdings für diesen Trip wohl doch etwas zu schwer anfühlt.  Aber so richtig auf die Projekte konzentrieren kann man sich in Island sowieso nicht, dafür gibt es hier viel zu viel zu entdecken.
Und so haben wir neben dem klettern auch noch genug anderes zu tun, schließlich muss man ja auch noch in Krater-Seen baden, auf Gletschern herumspringen, neue Bouldergebiete suchen, Schwefel-Geysiere bestaunen und Wasserfälle beglotzen. Alles in allem war es ein sehr erfolgreicher Trip. Ich konnte die meisten schweren Klassiker des Gebietes wiederholen, auch wenn ich das ein oder andere Projekt leider zurück lassen musste. Und auch Tom machte das Beste aus der Situation, so hieß es in seinem Fall Erstbegehungen sammeln statt hart knüppeln und somit erweiterte er das Gebiet um mehr als eine 7A Perle.

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