Der Veloce Wmn im Test

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21. Februar 2020

der Veloce Wmn im Test

–  von SCARPA Athletin Afra Hönig

 

Du bist über den Anfängerstatus hinaus und auf der Suche nach neuen Schuhen?
Du fragst dich ob Kletterschuhe wirklich weh tun müssen, um gut zu sein?
Du kannst dir nicht erklären warum du immer auf diesen verdammten Volumen abrutscht?
Du bist super ambitioniert und suchst einen Trainingsschuh für die „heute habe ich nicht so richtig Lust, aber ich muss trainieren“-Tage?

Dann lese weiter! 😊 Denn ich habe den neuen Veloce Wmn in zwei meiner Trainingseinheiten ausprobiert…

Also mal zu den Fakten:

Der Veloce ist ein weicher, sensitiver Schuh, so wie der Drago oder Furia S. Im Gegensatz zu diesen beiden High-End Modellen bietet der Veloce mehr Komfort zu einem geringeren Preis. Aufgrund seiner geteilten Sohle ist er weitaus flexibler als vergleichbare Modelle für Einsteiger.

Schon beim ersten Anziehen habe ich gemerkt wie bequem der Veloce ist. Normalerweise ist das Einklettern von neuen Schuhen immer die Hölle für die Füße, hier allerdings waren meine Zehen, aufgrund der runderen Spitze des Schuhs, weitaus weniger komprimiert. Vor allem die vier kleineren Zehen haben so viel mehr Platz. Ein leichter Downturn erhöhen die Präzision, ohne den Komfort einzuschränken.

Des Weiteren wurde beim Veloce der weichste Gummi, den SCARPA je produziert hat, für die Sohle verwendet. Dadurch kann man quasi mühelos auf Volumen und großen Griffen stehen, alles wobei es auf die Reibung ankommt. Für das Toepad wurde der gleiche Gummi wie beim Drago verwendet, allerdings fällt dieses beim Veloce etwas kleiner aus. Die Performance bei Toehooks ist dadurch geringer, allerdings immer noch mehr als ausreichend für Hallenkletterei.

Geschlossen wird der Veloce mit nur einem Klettverschluss. Durch das Wave-Closure-System (Verschluss sieht aus wie ein „Z“ aus) kann der Schuh auch am Vorfuß enger gemacht werden.

Das Fersensystem ist wie beim Furia Air oder Booster, denn das Spanngummi an der Ferse ist unterbrochen, um den Druck auf die Ferse zu reduzieren und mehr Komfort zu erlangen.

Hier meine Erfahrungen:

Ich habe den Schuh angezogen und musste ihn kein einziges Mal während der ganzen Trainingseinheit aufmachen, er hat sich mehr wie ein Hausschuh angefühlt. Im Gegensatz dazu mache ich normalerweise nach ca. 10 min bzw. in fast jeder Pause die Schuhe auf.

In letzter Zeit habe ich vor allem den Drago getragen, im Vergleich dazu ist der Veloce weniger präzise und vor allem auf kleineren Tritten und bei Toehooks kann er nicht mit dem Drago mithalten. Sobald die Tritte aber größer sind, bzw. auf Volumen hält der Veloce mindestens genauso gut. Warum ich den Veloce aber definitiv weiter tragen werde ist einfach, weil er so viel bequemer ist. Das Training ist manchmal schmerzhaft genug, blutende Finger, aufgeschlagene Knie, … da müssen nicht auch noch schmerzende Zehen hinzukommen!

Zusammengefasst

Ich würde sagen, dass der Veloce vor allem ein Indoorschuh für jeden ist – vom Anfänger bis zum Profi. Für Anfänger, die einen weicheren Schuh tragen möchten, um mehr Spaß an Volumen zu haben. Der weiche Gummi erleichtert das Stehen auf Reibung und hilft ein Gefühl für verschiedene Tritte zu entwickeln. Für Profis, die einen bequemen Trainingsschuh suchen und den Zehen mal etwas mehr Freiraum geben wollen. Der hohe Tragekomfort ist ideal für lange und natürlich auch kurze Hallensessions.

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Fotos: Ray Demski

Text: Afra Hönig

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